Einige, ausgewählte Ostergedichte.

Osterhäschen
Drunten an der Gartenmauer
hab' ich sehn das Häslein lauern.
Eins, zwei, drei: legt's ein Ei,
lang wird's nimmer dauern.

Kinder, lasst uns niederducken!
Seht ihr's ängstlich um sich gucken?
Ei, da hüpft's und dort schlüpft's
durch die Mauelucken.

Und nun sucht in allen Ecken,
wo die schönsten Eier stecken,
rot und blau, und grün und grau
und mit Marmorflecken.
(Friedrich Güll)



Er ist `s

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch: von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist 's!
Dich hab ich vernommen!

(Eduard Mörike)



Der Schokohase

Weidenkätzchen in der Vase,
bunt bemalte Eier dran
und versteckt im grünen Grase
sitzt der Schoko-Hasenmann.

Jubelnd findet ihn ein Kind.
Schaut ihn an und strahlt vor Glück
und noch eh´ er sich besinnt
beißt es ab ein großes Stück.

„Upps!“ denkt sich der Hasenmann -
gut, dass ich nichts spüren kann.

(©Anita Menger 2009)